Gestoppt: SG-Kreisläufer Ansgar Heunemann (vorne) hatte gegen die Dormagener Abwehr (hier mit Ian Hüter, Lars Jagieniak und Torwart Janis Boieck) einen schweren Stand. Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Handball-Drittligist SG Menden Sauerland zeigt gegen Topteam Dormagen 45 Minuten eine starke Leistung und strebt Heimsieg zum Vorrundenabschluss an

Die Niederlage am Freitagabend im Nachholspiel beim Tabellenzweiten TSV Bayer Dormagen (26:35) wirft die Drittliga-Handballern der SG Menden Sauerland nicht aus der Bahn. Weiterhin ist man als Tabellenzwölfter zwei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt.

„Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft der Liga 45 Minuten eine Topleistung gebracht“, sagte Trainer Sascha Simec mit berechtigtem Stolz. „Aber weil wir die Big points nicht gemacht haben, sind wir für einen Sieg nicht in Frage gekommen.“

Damit meinte der SG-Coach unter anderem die drei Gegenstoßmöglichkeiten beim Stande von 21:19. „Mitte der zweiten Hälfte war der Abend dann für uns vorbei“, kommentierte Simec die entscheidende Phase des Spiels. Dormagen zog innerhalb von fünfeinhalb Minuten von 23:20 auf 29:20 davon.

Dass sich der Favorit am Ende durchsetzen konnte, dazu gehörte von Beginn an die Maßnahme, SG-Shooter Joshua Krechel durch die Sonderbewachung von Tim Wieling weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Dennoch ließ sich die SG nicht abhängen, kämpfte sich trotz eines 8:13 (18.) und des 15:19-Halbzeit-Rückstandes immer wieder heran und witterte zu Beginn der zweiten Halbzeit seine Chance.

Starker Kevin Peichert

Denn hinten fischte Kevin Peichert zahlreiche Bälle weg, die normalerweise ihren Weg ins Netz genommen hätten. „Er hat seine Leistung aus dem Longerich-Spiel bestätigt“, lobte Sascha Simec seinen Keeper. Und vorne profitierten die Mendener von der noch nicht ausreichenden Dormagener Torwartleistung.

Dann aber platzte mit dem gegen Florian Schösse gehaltenen Siebenmeter bei Bayer-Torwart Matthias Broy der Knoten. Mit mehreren herausragenden Paraden hatte er großen Anteil an der Vorentscheidung bis zur 48. Minute.

Dass in Dormagen mit Sebastian Loos (Knieverletzung) ein weiterer Akteur ausfiel, schweißte die SG noch mehr zusammen. „Wir sind nur gefährlich als Mannschaft“, so Simec. Und darauf baut man auch für die letzte in diesem Jahr noch aussstehende Aufgabe gegen den OHV Aurich.

Die Ostfriesen verloren am Samstag ihr Nachholspiel gegen den Leichlinger TV zuhause mit 25:33 – sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass das Team aus Niedersachsen derzeit große Verletzungsprobleme zu beklagen hat.

Große Bedeutung

Die Partie am Freitagabend im Walram (20 Uhr) hat sicherlich für die SG die gleiche Bedeutung wie das Habenhausen-Spiel (33:28) Mitte November. Mit einem Sieg würde die SG die Vorrunde mit 13 Punkten abschließen und den Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf vier Punkte ausbauen. „Ein Sieg wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt“, sagte SG-Vorsitzende Birgit Albrecht. „Und wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, dass wir die Punkte in Menden behalten.“

Text: Westfalenpost Menden – Franz Schoo