Archiv

„Reden nicht über ein Scheitern!“

Ansgar Heunemann und die Drittliga-Handballer der SG Menden Sauerland haben das große Ziel klar vor Augen. Am Sonntag soll beim ATSV Habenhausen der nächste Schritt zum Klassenerhalt gemacht werden. WP-Foto: Michael Kleinrensing

Am 5. Mai endet für die Drittliga-Handballer der SG Menden Sauerland die Saison 2017/2018 mit dem Auswärtsspiel beim OHV Aurich. Die Rückkehr aus Ostfriesland mit dem Klassenerhalt im Gepäck – so sie gelingt – wird aber auch ein wenig wehmütiger Natur sein. Denn der heimische Branchenführer verliert mit Ansgar Heunemann einen Vorzeigesportler. Der 30-jährige beendet nach neun Jahren sein sportliches Engagement für die HSG Menden Lendringsen und die heutigen „Wölfe“ und wechselt zum designierten Verbandsligisten Westfalia Hombruch. Die WP-Sportredaktion sprach mit dem Dortmunder vor dem Saisonfinale.

Wieviel Wehmut verspürt Ansgar Heunemann schon? Im Moment überhaupt keine. Mir war gar nicht bewusst, dass das ja nicht mehr so lange ist. Es mag aber sicherlich auch daran liegen, dass wir alle in der Mannschaft auf das nächste Spiel ausgerichtet sind.

Wie ist die Stimmung im Team? Bei uns wird kein Gedanke an den Abstieg verschwendet. Wir wissen, dass wir am Sonntag beim ATSV Habenhausen und danach gegen den VfL Gummersbach II gewinnen müssen. Ich wiederhole nochmal: In der Mannschaft wird kein Gedanke an ein Scheitern verschwendet.

Was macht sie so sicher, dass das alles klappt? Weil wir im Moment richtig gut Handball spielen. Allein die Ergebnisse stimmen nicht. Wir haben in Krefeld richtig gut gespielt und am Samstag gegen Bayer Dormagen war das sogar noch besser. Aber wir dürfen uns nicht mit Mannschaften wie Dormagen vergleichen. Die haben nun mal eine größere Klasse und können ab der 40. Minute nochmal richtig zulegen. Da spielen Jungs, die wollen alle mal Handball-Profi werden. Das ist schon eine andere Welt, da können wir nicht mithalten.

Am kommenden Sonntag begegnet man den ATSV Habenhausen auf Augenhöhe. Wo liegt der Schlüssel zum Erfolg? Wir werden uns genauso vernünftig vorbereiten wie zuletzt. Ich gehe mal davon aus, dass wir frühzeitig anreisen und ausgeruht in das Spiel gehen werden. Innerhalb der Mannschaft reden wir nicht über ein Scheitern.

Zum Schluss noch die Frage – warum verlassen sie Menden im Mai? Das hat ganz einfach persönliche Gründe. Ich schaffe es nicht mehr, drei, viermal in der Woche zum Training nach Menden zu fahren. Ich arbeite als Personalberater und da hat man nun mal keine 35 Stunden-Woche.

Ihr zukünftiger Verein Westfalia Hombruch steigt in die Verbandsliga auf. Warum lassen sie dort ihre Laufbahn ausklingen? Hombruchs Aufstieg hat nichts mit meiner Entscheidung zu tun. Marcel Vogler, der ja die SG auch velässt, und ich wollten noch ein bisschen Spass haben. Und da bot sich Hombruch an, zumal dort mit Ali Müller und Ole Sasse auch Jungs spielen, mit denen wir in Menden gespielt haben. Wenn ich in Hombruch keine Zeit zum Training habe, ist das halt so. Das ist ja in der dritten Liga nicht möglich. Das nimmt man dort so hin. Aber noch gehöre ich ja den „Wölfen“ an und wir haben ein gemeinsames Ziel. Eines ist klar: Menden werde ich immer im Blick haben.

Das Interview führte: Burkhard Granseier – Westfalenpost Menden

Zugehörige Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Ebenfalls interessant

Close
Close
Close