2. Männer

Derby zwischen Bösperde und Menden II zeigt viele Emotionen

Trübsal auf einen, Jubel auf der anderen Seite. Das Mendener Stadtderby bot viele Emotionen und einen Überraschungssieger.

Der Blick geht Richtung Tor: Lukas Flor, Rückraumspieler der SG Menden Sauerland II, erzielt im Derby gegen die DJK SG Bösperde zehn Treffer. Am Ende gewinnt sein Team mit 34:30 (14:12). Die Überraschung ist damit perfekt. Foto: Sportpresse Reker

Nach der 30:34-Niederlage saß Joshua Schefers, Sportlicher Leiter des Handball-Landesligisten DJK SG Bösperde, auf der Auswechselbank und ließ die bitteren 60 Minuten noch einmal Revue passieren. Die zweite Mannschaft der SG Menden Sauerland hatte der DJK vor rund 250 Zuschauern den Zahn gezogen.

„Alles im allen glaube ich, dass wir verdient verloren haben. Das Quäntchen Glück hat uns gefehlt“, stellte der Sportliche Leiter der DJK nachdenklich fest und weiter: „Du darfst zu Hause keine 34 Tore kassieren gegen einen Gegner mit acht Feldspielern, von denen einer noch Rot sieht.“

Rote Karte umstritten

Mit dem Pausenpfiff wurde Tristan Wünnemann von der SG disqualifiziert. Beim direkt ausgeführten Freiwurf traf er den Bösperder Max Wergen am Kopf. „Man muss in dieser Situation keine Rote Karte geben“, urteilt Joshua Schefers über die Szene. Da stehe eine Abwehr, so der Sportliche Leiter weiter, die sich bewege. „Wenn man am Kopf getroffen wird, ist das Handball“, fügte er an und kümmerte sich danach wieder um „seine“ Spieler. Die Enttäuschung nach der krassen Derby-Niederlage war allgegenwärtig.

Durch die Rote Karte gegen die SG Menden Sauerland II hatte sich DJK-Trainer Thomas Harnischmacher eigentlich mehr Vorteile für sein Team versprochen. „Doch die Einstellung bei uns passte überhaupt nicht. Für ein Derby zu wenig“, beschrieb er die gezeigte Qualität.

Trübsal auf einen, Jubel auf der anderen Seite. Der Mini-Kader der SG Menden Sauerland II freute sich riesig über den Coup in der Sporthalle Böperde. Nach dem Spiel bedankten sich die Spieler bei ihren Fans für die großartige Unterstützung. „Ich bin einfach nur froh, weil wir gewonnen haben“, gestand Lukas Flor (25), der zehn Treffer zum Derbysieg beisteuerte, nach dem Bad in der Menge.

Mit nur neun Spielern war die SG angereist. „Wir haben versucht, uns zu konzentrieren und das Beste aus der Situation gemacht“, führte der Rechtshänder weiter aus. In Kooperation mit seinem Bruder Nils (19) sorgte er für den wohl sehenswertesten Treffer im Derby. Nils Flor markierte per Kempa-Trick das 31:26 (52.). Den bestens getimten Pass in den Raum hatte wie schon so oft sein Bruder Lukas gegeben.

„In der Landesliga gibt es keine Videos. Deswegen versuchen wir den Kempa-Trick einmal im Spiel. Bis jetzt hat er auch immer geklappt“, strahlte Lukas Flor über den feinen Treffer von der linken Außenposition.

Arnd Wefing, Trainer der SG Menden Sauerland II, kennt die „Spezialität“ der Flor-Brüder. „Es ist das dritte Spiel in Folge, in dem sie den Kempa-Trick anwenden. Es ist eigentlich nicht Besonders mehr. Aber es ist umso schöner, dass es hier in Bösperde passiert ist“, fügte er süffisant unmittelbar nach dem Abpfiff an.

Am kommenden Samstag, 17. November, gastiert die DJK beim TV Olpe. „Da wollen wir uns für die Derby-Niederlage revanchieren“, machte Joshua Schefers deutlich. Die Reserve der Mendener Drittliga-Handballer genießt am Sonntag, 18. November, Heimrecht gegen den TuS Volmetal II. „Da wollen wir die Stimmung nach dem Derbysieg in Bösperde wieder auf die Platte bringen“, hofft nicht nur Lukas Flor auf einen erneuten Sieg.

Text: Stefan Knepper

Zugehörige Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Close
Close