1. Männer

Die heilenden Hände der Wölfe

Matthias Althoff ist Physiotherapeut bei den Handballern der SG Menden Sauerland. Seit einiger Zeit betreut er auch die Golf-Nationalmannschaft und wird Vize-Europameister

MATTHIAS ALTHOFF STEHT IM GERÄTERAUM SEINER PRAXIS IN BÖSPERDE. DIE WÄNDE ZIEREN TRIKOTS VON SPIELERN, DIE ER BEHANDELT. FOTO: VIKTOR DOBEK

Viele Hönnestädter kennen Matthias Althoff von den Drittliga-Handballern der SG Menden Sauerland. Wenn er als Physiotherapeut dafür sorgt, dass die heimischen Ballwerfer beschwerdefrei ihrem Sport nachgehen können. Doch hinter dem 37-jährigen Hönnestädter steckt mehr, als nur die „helfende Hand“ des Drittligisten zu sein.

Der Wille sich zu verändern

„Gesundheitsfactory“, so hat Althoff seine Praxis für Physiotherapie benannt. Ein Wort, das die Zusammenfassung von Gesundheit und Natur mit unserer Leistungsgesellschaft beinhaltet. Damit soll dem Druck des Alltages standgehalten werden. Denn der sorgt auch immer mehr für Probleme. Sowohl im körperlichen als auch im geistigen Bereich. „Jeder kann selbst entscheiden, was ihm seine Gesundheit bedeutet. Er muss nur den Willen haben, etwas zu verändern“, macht Matthias Althoff deutlich. Der Bösperder hat nicht nur für Leistungssportler das passende Rezept. Es ist für jeden Otto Normalbürger etwas möglich.

Der Grundstein für seinen beruflichen Weg mag sicherlich auch in seiner Jugend liegen. „Ich habe immer Sport betrieben“, erzählt Matthias Althoff. In seiner Jugendzeit war er ein sehr guter Fußball-Torwart, der auch überkreislich aktiv war. Dann erfasste ihn auch der Tennis-Virus. Und jetzt sind es halt in erster Linie der Handball und Golf.

Golf?

Richtig, denn Matthias Althoff ist neben seiner Tätigkeit als Physio für die SG-Handballer auch noch als Therapeut und Ernährungscoach bei der deutschen Golf-Nationalmannschaft im Einsatz. Und da konnte er im Juli einen tollen Erfolg des deutschen Teams miterleben. „Die Mannschaft wurde Vize-Europameister“, freut sich Althoff mit den Spielern über die Silbermedaille. Sein Exemplar dürfte nun einen besonderen Platz in Bösperde finden.

Solche Erfolge sind für den studierten Bachelor auf Physiotherapie etwas ganz Besonderes. Beeindruckend dabei ist die Tatsache, dass er den Studienabschluss berufsbegleitend von 2004 bis 2007 an der Internationalen Hogeschool Fysiotherapie in den Niederlanden erworben hat.

Vertrauen muss da sein

Wobei das Thema Weiterbildung den Bösperder immer begleitet. So zum Beispiel das Kinesio-Taping. Das sind für den Laien jene bunte Klebestreifen, die die Beine, den Rücken oder die Schultern von Sportlern zieren. Mit dem italienischen Fußballer Mario Balotelli stieg der Bekanntheitsgrad des Tapes. Wobei das richtige Anbringen dieser Tapes das Wichtigste ist.

Ein besonderer Bereich ist für Matthias Althoff das Thema Lebensqualität. Dabei geht es um das Zusammenwirken von Personal Training und Ernährungsberatung. Und auch hier steht wieder der eigene Wille im Mittelpunkt. Einen weiteren Bereich hat der Physiotherapeut in der Sportperformance gefunden. Da ist es dem 37-jährigen Hönne-städter besonders wichtig, dass sich die ihm anvertrauten Sportler wohl fühlen. „Sie müssen schon wissen, dass man etwas für sie tut“, so Matthias Althoff. Die Handballer der SG Menden Sauerland dürften dieses auf jeden Fall tun. Denn seit 2012 betreut Matthias Althoff den heimischen Branchenführer. „Ich habe sie auf ihrem Weg in die Dritte Liga begleitet“, ist Matthias Althoff zurecht ein bisschen Stolz darauf, ein Teil des Mendener Handballaufschwungs gewesen zu sein.

Dazu hat sicherlich auch seine Verschwiegenheit beigetragen. Denn vom Physiotherapeuten erfährt man nie etwas über den Gesundheitszustand der Wölfe-Spieler. Eine Eigenschaft, die natürlich auch für jeden anderen Patienten gilt. Doch die müssen erstmal die Entscheidung treffen, den Weg durchs Leben mit der Gesundheitsfactory zu gehen. Man muss halt nicht unbedingt Sportler sein.

Text: Burkhard Granseier

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