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Ein Eintrittspreis aus einer anderen Liga

Wer beim Spiel der SG Menden in Wilhelmshaven dabei sein will, muss tief in die Tasche greifen

Rau weht der Wind an der Nordsee auch noch im April, wenn sich die Handballer vom Drittligisten SG Menden Sauerland auf zum Auswärtsspiel beim Wilhelmshavener HV machen. Für viele Anhänger der SG bietet sich im Rahmen des Spiels beim Zweitliga-Absteiger an, die Reise in den Norden direkt auf ein paar Tage auszuweiten – doch spätestens an der Kasse der NordfrostArena des WHV dürfte die Freude der Fans vorbei sein. Denn die Nordlichter erheben einen Preis für Gästefans, der mindestens so rau ist, wie der Wind an der Nordsee.

Fanszene beim WHV ist gespalten

Satte 18 Euro werden aufgerufen für die Plätze im Gästeblock C4. „Das ist eine Unverschämtheit“, wütet Jens Schilling, Marketingbeauftragter beim TuS Volmetal. Ihm war der Preishammer seitens der Wilhelmshavener aufgefallen, in den sozialen Medien hat er das Thema publik gemacht. Die Reaktionen darauf lassen weit blicken, denn auch das Lager der WHV-Fans scheint gespalten zu sein. Einige Fans kündigen den Verzicht auf eine Dauerkarte für die neue Saison an, andere hingegen verteidigen den hohen Eintrittspreis.

Wie hoch dieser ist, wird beim Blick auf die Preise der Konkurrenz deutlich. Vereine wie der TuS Volmetal oder aber auch die SG Menden Sauerland rufen zehn Euro für einen Erwachsenen und zwischen sieben und acht Euro für ermäßigte Karten auf und liegen damit im ligaweiten Durchschnitt. Etwas darüber liegen die Preise für die Tickets beim VfL Eintracht Hagen, der wie Wilhelmshaven ebenfalls aus der zweiten Liga abgestiegen ist. Mit zwölf Euro für den Vollzahler ist die Karte im Vorverkauf aber immer noch sechs Euro günstiger als ein Ticket beim WHV.

„18 Euro sind schon ein sehr sportlicher Preis“, sagt Eike Weinberg vom VfL Eintracht. Nach dem sportlichen Abstieg in die dritte Liga wurde im Verein über die Anpassung der Eintrittspreise lange diskutiert, eine Erhöhung kam dabei nicht in Frage. Ähnlich stabil ist der Preis für eine Eintrittskarte bei einem Spiel in der Mendener Kreissporthalle. „Wir halten unseren Preis stabil, weil wir eine volle Halle haben wollen“, sagt Birgit Völker-Albrecht von der SG Menden Sauerland. Eine Preisanpassung ist kein Thema.

Ebenfalls kein Thema ist der Verzicht auf die Auswärtsreise an die Nordsee für die Crocodiles Hagen. Der Fanclub des VfL Eintracht wird die Reise wie geplant antreten, schließlich erhoffen sich die Anhänger, dass ihr Team Mitte März um den Aufstieg mitspielt – gegen das mit vielen Profis besetzte Team aus Wilhelmshaven könnte es kurz vor dem Saisonende zu einem entscheidenden Spiel kommen. „Wir müssen also dahin“, sagt Roland Nossutta von den Crocodiles. Der Preis schreckt ihn und seine Mitstreiter nicht ab, sagt er, eine Protestaktion werden sich die Hagener Anhänger aber dennoch nicht nehmen lassen.

Zur Not bleibt ja noch Aurich

So wird es wahrscheinlich vielen Anhängern gehen, denn die Fahrt nach Wilhelmshaven gilt als einer der Höhepunkte für Vereine wie Menden oder Volmetal. „Das ist einfach eine ärgerliche Geschichte für unsere Fans und ein Preis, der nicht zumutbar ist“, sagt Birgit Völker-Albrecht. Sie findet den Preis für ein Drittliga-Spiel unangemessen und unfair, die Zuschauer des WHV beim Spiel in Menden aber genauso zur Kasse zu bitten, kommt für sie nicht in Frage. Denn die Zuschauer der Nordlichter werden ja ohnehin schon genug geschröpft.

Wer im Übrigen ein Spiel seines Teams in dieser Drittliga-Saison an der Nordsee sehen möchte, der kann auf den Trip nach Wilhelmshaven auch verzichten – die Preise beim OHV Aurich sind deutlich niedriger.

Text: Fabian Vogel

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