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Eine Mannschaft mit Charakter

Voller Einsatz im letzten Spiel einer grandiosen Saison: Maike Benden (li.) von der SG Menden Sauerland. Foto: Dietmar Reker, sportpresse-reker.de

Saisonende: Zeit, um noch einmal zurückzublicken und ein Fazit zu ziehen. Für die Drittliga-Handballerinnen der SG Menden Sauerland ging am Samstag eine bemerkenswerte Spielzeit zu Ende. Platz vier in der Endabrechnung – davon hatte zu Saisonbeginn beim Aufsteiger niemand zu träumen gewagt. Schon mit dem Klassenerhalt wären wohl alle Beteiligten zufrieden gewesen.

Die WP-Sportredaktion bat das Team um eine Bewertung der Saison. Einzelne Spielerinnen äußerten sich stellvertretend für die Mannschaft – heraus kam eine bemerkenswerte Analyse der Spielzeit.

Motivation

Ann Kathrin Stratmann: „Unsere Trainingsbeteiligung liegt bei 90 Prozent. Arbeit und Studium kommen leider ab und zu mal dazwischen. An trainingsfreien Tagen werden Extraschichten eingelegt, damit wir in der Liga mithalten können.“ Note: 1

Abwehr

Sarah Ebel: „609 Tore mussten wir hinnehmen. Damit stehen wir im Mittelfeld der Liga. Wir müssen besser im Eins-gegen-eins werden und die Gegner früher annehmen. Wir spielen eine offensivere Abwehr und konnten da schon für Unruhe beim Gegner sorgen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass wir leichte Tore kassieren. Da müssen wir noch stabiler werden!“ Note: 2 – 3

Angriff

Kathrin Baer: „Im Angriff müssen wir auf jeden Fall noch variabler im Spiel werden. Wir haben schon während der Saison an der einen oder anderen Stellschraube gedreht. Aber für die Zukunft müssen wir daran arbeiten, dass alle ins Spiel eingebunden werden. Damit wir künftig nicht zu leicht auszurechnen sind.“ Note: 2 – 3

Fitness

Jenny Fastnacht: „Was wirklich bemerkenswert ist: Zu keiner Phase während der kompletten Saison hatten wir irgendwelche konditionellen Schwächen. Während der Spiele konnten wir immer noch eine Schippe drauflegen. Das lag vor allem an der tollen Betreuung vor und während der Saison durch unsere „Fitness-Gurus“ Hans Jürgen Kasselmann und Janik Broszeit. Als Physio hat Nico Löbbecke einen sehr guten Job gemacht. Er war für unsere Wehwehchen zuständig und hat uns immer für die Spiele fit bekommen.“ Note: 1

Kampfgeist

Lisa Gerbe: „Unsere Mannschaft ist in jedem Spiel ans Limit gegangen und hat mehr als 100 Prozent gegeben. Die Heimspiele mit den Siegen gegen den Meister TuS Lintfort und gegen die HSG Solingen-Gräfrath waren da beispielhaft für.“ Note: 1

Zusammenhalt

Kathrin Fahn: „Unsere Mannschaft spielt seit Jahren zusammen und wurde nur punktuell verändert. Mit Falk Schilling und Oliver Maassen haben wir ein super Trainerteam, dass viel Spaß in die Truppe bringt. Falk hat immer einen Spruch parat und Olli ist der „Mann für alle Fälle“ – ob als Torwarttrainer, Ersatztorwart oder Ersatzspieler während des Trainings. Olli kann alles. Unsere beiden Trainer haben das Team jederzeit gut im Griff.“ Note: 1

Fazit

Maike Benden: „Wir haben gezeigt, dass wir auf jeden Fall in die dritte Liga gehören und mit viel Fleiß und Arbeit dort auch eine sehr gute Rolle spielen können. Wir genießen diesen Moment und wissen, dass das zweite Jahr auf jeden Fall noch deutlich härter wird. Die Mannschaft arbeitet daran, ihre Defizite zu minimieren. Und wenn wir weiter so geschlossen als Team auftreten, darf man auch für die kommende Saison optimistisch sein. Wir freuen uns schon.“

Dass eine Handballmannschaft nicht nur auf dem Spielfeld existiert, dürfte nicht neu sein. Die Drittliga-Handballerinnen verrieten nach dem Saisonende auch noch einige „Internas“ aus der gerade beendeten Spielzeit. Auch hier äußern sich einige Spielerinnen im Namen ihres Teams über das Innenleben des Wolfsrudels.

Fußball

Karen Jaschewski und Lisa Albrecht: „Da hat unsere Mannschaft überhaupt nichts drauf! Wenn der Ball nicht auf die Tribüne geht oder unter das Hallendach fliegt, wird alles abgeschossen, was im Weg steht. Wir versuchen es aber immer wieder.“

Neue Übungen

Sophie Hugger: „Wir werden von unseren Trainer Falk Schilling immer mental gefordert. Wenn der Coach sich mal wieder eine neue Übung ausgedacht hat, dauert es Stunden, bis das sitzt. Das Kopfschütteln beim Trainerduo ist vorprogrammiert.“

Motivation

Luisa Köck: „Mett- und Käsebrötchen und der Geburtstagskuchen nach dem Training sind für uns auf jeden Fall Motivation genug.“

Sportverbot

Celine Pelz: „Da müssen wir schon gestehen: Wenn unser Physio ein Sportverbot ausspricht, herrschen schon mal rege Diskussionen.“

Volleyball

Laura Holste und Elisa Leusmann: „Da wir Fußball nicht können, versuchen wir es in der neuen Saison donnerstags mit Volleyball. Jenny Fastnacht wird als angehende Lehrerin mal eine Übungsstunde vorbereiten. Allerdings sind unsere Trainer jetzt schon der Meinung, dass das nichts wird.

Text: Westfalenpost Menden – Burkhard Granseier

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