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“Größter Erfolg der Vereinsgeschichte”

Am Ende einer langen und nervenaufreibenden Saison hat Aufsteiger SG Menden Sauerland Wölfe den Klassenerhalt in der 3. Liga West auch mit einem verlorenen Spiel gesichert. Selbst die Höhe der Niederlage in Aurich am letzten Spieltag (32:24) war für den Verbleib nicht mehr relevant, da die Wölfe im Dreivergleich mit Volmetal und Aurich den zweiten Platz belegten.

Nicht ein einziges Mal belegten die Wölfe in ihrem ersten Drittligajahr einen Abstiegsplatz – dennoch war der Kampf um den Klassenerhalt in den vergangenen Wochen hochspannend. Dass es am Ende unter schwierigsten Umständen doch zum Verbleib reichte, war vor allem dem unbändigen Einsatzwillen vieler Akteure des Neulings geschuldet. So kompensierte die Mannschaft von Trainer Sascha Simec auch zahllose Ausfälle, selbst die schweren Verletzungen der Torleute konnten die Wölfe dank des guten Unterbaus auffangen. Aber auch auf dem Feld gab es viele Ausfälle zu ersetzen, am Ende brachte es die SG auf die rekordverdächtige Zahl von 30 eingesetzten Akteuren.

„Fast alle Spieler haben überhaupt das erste Mal in dieser Liga gespielt. Dass es mit dem Klassenerhalt geklappt hat, ist gar nicht hoch genug zu bewerten“, versuchte sich Birgit Völker-Albrecht einen Tag später mit einer ersten Einordnung des sportlichen Erfolges. Denn genau also solchen ordnet nicht nur die Vorstandsvorsitzende und sportliche Leiterin der Wölfe den Klassenerhalt am Ende der Premierensaison ein. „Wir hatten so viel Pech in dieser Saison. Wir waren das Team mit dem kleinsten Etat, haben es am Ende aber gemeinsam geschafft. Daran haben nicht nur die Stammspieler, sondern auch alle Spieler aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend ihren Anteil. Und selbstverständlich auch der Vorstand und die sportliche Leitung. Das war ein Gemeinschaftswerk“, betonte Trainer Sascha Simec, der den Klassenerhalt als „größten Erfolg der Vereinsgeschichte“ einstufte.

Und der wurde auch keineswegs durch die Niederlage in Aurich geschmälert. Denn beim OHV trafen die Wölfe nicht nur auf einen erwartungsgemäß kämpferischen Konkurrenten, auch die Kulisse war wie erwartet überragend. Die offiziell gemeldete Zuschauerzahl von 900 dürfte allerdings nur zur Hälfte die Menge wiedergeben, die tatsächlich den Weg in die Auricher Sparkassen Arena fand. Gleich zwei Hallensprecher sorgten auch für eine großartige Atmosphäre, die aber – wie Birgit Völker Albrecht befand – angesichts der Bedeutung des Spiels „zu jedem Zeitpunkt bemerkenswert fair“ blieb. Sportlich nahm die Partie recht schnell einen Verlauf, der den Gästen nicht schmeckte: Bereits zur Pause lag der OHV mit 15:10 in Führung. Ein Sieg mit 15 Toren Unterschied – der wäre für die Gastgeber für einen besseren direkten Vergleich nur zwischen diesen Teams nötig gewesen – schien für Aurich nicht mehr unmöglich.

So schwante den SG-Verantwortlichen knappe zwölf Minute vor dem Ende schon Übles, als der OHV den Vorsprung auf zehn Treffer erhöhte. Aber in Überzahl beendeten die Gäste den Lauf der Hausherren. Als dann wenig später Joshua Krechel zweimal in Unterzahl traf und auf 28:21 verkürzte war klar, dass der direkte Vergleich nicht mehr verloren gehen konnte. Am Ende durften die Wölfe dann trotz der 32:24-Niederlage jubeln – zu einem Zeitpunkt, als längst nicht jeder in der Arena begriffen hatte, dass der Abstieg trotz des Sieges für Aurich feststand.

OHV Aurich – SG Menden Sauerland Wölfe 32:24 (15:10)
OHV: Denert, Möhlmann – Crnic (7/4), W. de Buhr (4), R. de Buhr (6), Mougits, Seidler, Goepel, Stapenhorst (2), Schröder (2), Jordan (6), Schweigart (5/1)
SGM: Kohl, Krause – Trost, D. Flor (2), Vogler (4), Heunemann (3), N. Flor, Loos (2), Zimny, Krechel (7/3), Vornholt (3), Schrage (2), Poth, Schöße (1/1)
Schiedsrichter: Michael und Stephan Meyer
Zuschauer: 900

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