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Großartige Resonanz der Handball-Familie

Knapp 600 Zuschauer kommen am Sonntagmorgen in die Walramhalle und sammeln für die Kinder des verstorbenen Handballers Peter Opene. Bei der Tombola räumt eines der Kinder den Hauptgewinn ab

DIE BEIDEN TEAMS POSIEREN FÜR DAS GRUPPENFOTO. DIE SPIELER DER SG MENDEN SAUERLAND LIEFEN AM SONNTAG NICHT IM BEKANNTEN ROTEN DRESS AUF, STATTDESSEN HATTE DER HANDBALL-DRITTLIGIST SCHWARZE TRIKOTS MIT DER RÜCKENNUMMER ZWEI AN – DIE ALTE NUMMER VON PETER OPENE. DIETMAR REKER

Als Thomas Schmehl am Sonntag Lose für sich und seine Familie besorgt, ist auch eins für Raphael Opene dabei. Der Sohn von Peter Opene ist einer der vier Gründe für die Veranstaltung, denn er und seine drei Brüder wohnen nach dem Tod ihres Vaters im Heim. Kaum zu glauben, aber das Los, das Raphael Opene dann von Schmehl bekam, sorgte in der gesamten Walramhalle für ungläubige Gesichter: Denn Opene Junior gewann mit seinem Los den Hauptpreis der Tombola. Der Höhepunkt einer Veranstaltung, die die Erwartungen der Organisatoren weit übertraf.

Schmehl und Matthias Kohl stampften gemeinsam mit Handballern aus Iserlohn und der SG Menden Sauerland eine Benefizveranstaltung aus dem Boden, um den Kindern von Peter Opene das Leben zu erleichtern. Nach dem Tod ihres Vaters wollten Kohl, Schmehl und Co. den Nachwuchs des ehemaligen Handballers nicht alleine lassen und rührten die Werbetrommel – und das sehr erfolgreich. „Ganz genau weiß ich es nicht, aber ich denke es waren etwas mehr als 500 Leute da“, schätzt Matthias Kohl die Zuschauerzahl. Gerechnet hatte der ehemalige Mendener Spitzentorwart mit knapp 200 Zuschauern, nach der Veranstaltung kannte seine Begeisterung keine Grenzen.

Sportliche Leckerbissen

„Das hat hier heute alle Erwartungen übertroffen, einfach großartig“, sagt Kohl. Das Spiel zwischen der Auswahl von Iserlohner Handballern und dem Drittligisten SG Menden Sauerland war nur Nebensache an diesem Tag, an dem der gute Zweck eindeutig im Vordergrund stand. Attraktiv war die launige Partie in der Walramhalle aber dennoch. Einige nette Kabinettstückchen waren von beiden Teams zu sehen, vor allem der Rückhandwurf von Hemers Neuzugang Bosko Bjelanovic sorgte bei Aktiven und Zuschauern für offene Münder.

Die Überlegenheit der Mendener Drittliga-Handballer war aber nicht zu übersehen, gerade zu Beginn der Partie zeigten sich die SG-Akteure, die ausnahmsweise von Gerd Lange und nicht von Micky Reiners betreut wurden, in guter Verfassung. „Da haben wir schon gedacht, dass wir jetzt kräftig auf die Mütze bekommen“, sagt Matthias Kohl. Doch seine Auswahl fand sich in der Folge besser und die Beine der SG-Spieler wurden immer schwerer: Die Partie am Sonntag war das dritte Spiel am Wochenende. „Wir haben aber auch richtig Gas gegeben“, freut sich Kohl über ansprechende Leistung beider Mannschaften.

Das Ergebnis auf der Anzeigetafel wies am Ende einen klaren Sieg für den Drittligisten aus. Doch das war ja auch nicht das Ergebnis, das an diesem Tag im Vordergrund stand.

So liefen die Spieler der SG auch nicht im gewohnten roten Dress auf, stattdessen hatten die Spieler schwarze Trikots an, die alle mit der Rückennummer zwei beflockt waren. Darunter der Name Opene, der in seiner Karriere immer mit der Nummer zwei auflief.

Summe könnte noch wachsen

Welche Summe am Ende zusammengekommen ist, ist erst in ein paar Tagen absehbar. Alleine die Tombola brachte aber schon rund 1300 Euro ein – insgesamt rechnet Matthias Kohl mit einer Summe von rund 5000 Euro. „Das ist weit mehr als das, womit wir gerechnet haben“, freut sich Kohl über die Spendenbereitschaft der Besucher. Die Summe könnte noch anwachsen, schließlich gingen auch bereits im Vorfeld großzügig Spenden per Überweisungen ein. „Ende der Woche werden wir wissen, wie viel es insgesamt ist“, sagt Matthias Kohl.

Nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf den Tribünen sammelte sich am Sonntag in der Walramhalle die regionale Handballprominenz. „Es hat sich mal wieder gezeigt, wie toll die Handball-Familie zusammenhält“, freut sich Birgit Völker-Albrecht von der SG Menden Sauerland Wölfe.

Ball und Trikot werden versteigert

Geleitet wurde die Partie von den beiden Schiedsrichter Urgestein Frank Weitkowitz und Jürgen Kamp – die beiden Unparteiischen unterbrachen die Begegnung nach rund zwei Minuten, um den Ball auszuwechseln, da dieser nach dem Spiel unter den Hammer kam. „Auch dafür haben wir noch 80 Euro bekommen“, berichtet Matthias Kohl. Auch das aktuelle Trikot der SG Menden mit den Unterschriften der Spieler brachte zusätzlich noch einmal 200 Euro ein.

Die Erwartungen wurden übertroffen, eine ganz besondere Geschichte geschrieben und etwas Gutes getan. Da hatte sich Matthias Kohl das Feierabend-Getränk am Sonntagabend redlich verdient. Erst gegen 17 Uhr kam er nach Hause, vorher musste noch die Sporthalle besenrein gemacht werden.

Text: Fabian Vogel

Spenden ist noch möglich

Peter Opene verstarb im Alter von 55 Jahren wegen eines Aneurysmas im Kopf. Opene hinterlässt vier Kinder.

Spenden können noch getätigt werden. Die IBAN des Spendenkontos lautet: DE76 4455 0045 0000 0363 43

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