1. Männer

„In der Liga kommt es auf Kleinigkeiten an“

SG Menden startet heute in die neue Drittliga-Saison. Trainer Micky Reiners hofft auf einen Hexenkessel

SG-Trainer Micky Reiners gibt Florian Schösse beim Testspiel gegen Harsewinkel Anweisungen. Der Rückkehrer auf die Trainerbank hat sein Wolfsrudel im Griff. Heute lässt er es gegen die SG Langenfeld. Foto: Martina Dinslage

Die Handballer der SG Menden Sauerland stehen vor ihrer zweiten Saison in der dritten Liga. Nachdem die vergangene Spielzeit mit dem Klassenerhalt ein sensationelles Ende nahm, möchte man auch in der neuen Saison dieses Ziel erreichen.

Mit Micky Reiners hat ein in der Hönnestadt hoch angesehener Trainer wieder das Kommando bei den „Wölfen“. Die WP-Sportredaktion sprach vor dem heutigen Saisonauftakt mit Micky Reiners.

War das eigentlich geplant, dass Sie als Trainer wieder nach Menden zurückkehren? 

Micky Reiners: Geplant war das nicht unbedingt, aber ich freue mich riesig darüber. Ich bin vor knapp 16 Monaten ja nicht aus Menden weggegangen, weil es mir hier nicht mehr gefallen hat, sondern weil mich persönliche Gründe dazu veranlasst hatten. Die Gründe hatten sich durch Zeitablauf glücklicherweise schnell verflüchtigt. Menden hatte zu dem Zeitpunkt allerdings schon Sascha Simec als neuen Trainer verpflichtet und so bin ich zur HSG Augustdorf/Hövelhof gegangen. Der Kontakt zu Birgit Albrecht ist nie abgerissen und so kam es dann, dass wir wieder zusammengefunden haben.

Sie genießen in Menden aufgrund der Meisterschaft 2017 schon ein wenig Kultstatus. Wie nehmen Sie das wahr? 

Ich kann mit sowas absolut gar nichts anfangen! Es ist schön, wenn die Zuschauer meinen, ich sei nicht ganz blind auf der Bank. Aber das war es dann auch schon. Sie können mir glauben, dass ich Entscheidungen zum Wohle der Mannschaft und für den Erfolg treffen möchte und nicht um jemanden zu ärgern oder selbst gut dazustehen. Es geht ausschließlich um das Team – in unserem Fall um das Rudel!

Haben Sie Veränderungen innerhalb des Vereines festgestellt? 

Ja, kleinere Veränderungen gibt es. Und die sind durchweg positiv. Um allerdings die 3. Liga dauerhaft sichern zu können, braucht es weitere Verbesserungen. Aber das wissen die Verantwortlichen um Birgit Albrecht selbst. Das Ganze ist ein stetiger Prozess und gelingt nicht von heute auf morgen.

Blick nach vorn: Das erste Drittliga-Jahr war für den Mendener Handball schon aufregend. Was glauben Sie, kommt in der neuen Spielzeit auf Spieler, Verein und Zuschauer zu? 

In der kommenden Saison geht es für uns darum, erneut die Klasse zu halten, im Idealfall möglichst früh. Das wird keine leichte Aufgabe, weil die Liga nach meiner Einschätzung sehr ausgeglichen sein wird. In den meisten Spielen wird es auf Kleinigkeiten ankommen. Und da können die Zuschauer für uns ein echtes Faustpfand sein. Für unsere Gäste in den Heimspielen muss unsere Halle ein absoluter Hexenkessel sein. Im Idealfall wirkt sie auf den Gegner einschüchternd und pusht unsere junge Mannschaft so, dass sie die paar Prozent mehr an Leidenschaft, Wille und Kampf in die Waagschale werfen kann und deshalb das Pendel zu unseren Gunsten ausschlagen lässt. Wie gesagt, wir sind Wölfe, es geht nur im Rudel!

Sie hatten bei Ihrer ersten Zeit in Menden stets einige „Leuchttürme“ in Ihrer Mannschaft. Spieler wie Florian Bußmeyer, Marcel Vogler, Ansgar Heunemann sind nicht mehr da. Ist das ein Problem? 

Sie vergessen Thorben Lommel und Tom Schneider! Beides sehr charismatische Typen und extrem wichtig für den Erfolg. Diese Spieler sind nun nicht mehr dabei, so dass es eine Chance für andere Spieler ist, eben diese Rollen zu übernehmen. Mir fallen auch ein paar Spieler ein wie Joshua Krechel, Mathis Vornholt, Felix Thier oder Milan Weißbach, die wir unter anderem aus diesem Grund verpflichtet haben. Es ist Zeit, dass diese Jungs mehr in die Verantwortung kommen, diese Rolle einfordern und ausfüllen. Ob sie das schaffen, werden wir sehen. Ich bin da sehr optimistisch.

Was für Stärken bringt die neue Mannschaft mit in diese Saison? 

Die Mannschaft lebt von der Euphorie, der Leidenschaft und vom Willen. Ferner sind einige Jungs ziemlich fix auf den Beinen, so dass wir diese Qualitäten versuchen wollen zu nutzen. Wir haben Qualität in der Mannschaft und als Mannschaft müssen wir diese aber in jedem Spiel zu 100 Prozent abrufen. Ansonsten wird es eng. In der vergangenen Saison profitierte das Team sicherlich davon, dass der Wettbewerb die „Wölfe“ auch schon mal unterschätzt hat.

Wie wird das dieses Jahr sein? 

Es sind eine ganze Reihe von neuen Mannschaften in der Liga. Wer in dieser Liga eine Mannschaft unterschätzt, macht einen Fehler. Ob die Wölfe in der vergangenen Saison unterschätzt wurden, kann ich nicht sagen. Mir ist das ehrlich gesagt auch egal, ob wir unterschätzt werden oder nicht. Du hast in jedem Spiel eine Chance, aber es wird nicht immer gelingen, sie zu nutzen. Wir müssen Vollgas geben und an uns Glauben!

Was muss passieren, dass man erneut den Klassenerhalt schafft? 

Da kann ich mich nur wiederholen: Wir müssen in jedem Spiel unsere Qualitäten zu 100 Prozent abrufen und immer Vollgas geben. Wir müssen eine Einheit bilden, mit den Zuschauern und dem ganzen Verein!

Abgesehen mal vom Klassenerhalt – was wäre für Sie ein optimaler Saisonverlauf? 

Der optimale Saisonverlauf ist gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt. Das ist und bleibt das mit Abstand vorrangigste Ziel. Mit etwas anderem beschäftigen wir uns nicht.

Warum wird die kommende Saison außergewöhnlich sein? 

Bezogen auf unsere Mannschaft, weil ich hoffe, dass die Zuschauer den Willen, die Leidenschaft und das Feuer der Jungs in jedem Spiel spüren und sie deshalb auch kleinere Rückschläge verzeihen. Das alle noch enger zusammenstehen.

Gibt es einen besonderen Wunsch für die Saison? 

Ich würde mir wünschen, dass die kommende Saison für den ganzen Verein außergewöhnlich wird, was den Zusammenhalt und das Miteinander aller Mannschaften von der Jugend zu den Senioren und von den Damen zu den Herren anbelangt. Die SG Menden Sauerland Wölfe sind ein tolles Projekt und bisher eine Erfolgsgeschichte. Diese innerhalb des Vereins und innerhalb der Stadt Menden gemeinsam voranzutreiben, wäre großartig. Dazu ist Jede und Jeder herzlich eingeladen daran mitzuwirken.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne nach dieser Saison lesen? 

Dem Rudel gelingt der Klassenerhalt.

Text: Burkhard Granseier

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