1. Männer

Licht und Schatten bei Intensiv-Tagen der SG Menden Wölfe

Von der Abwehr des ASV Hamm kaum zu stoppen: SG-Spieler Milan Weißbach tankt sich durch und kommt zum Abschluss. Foto: Martina Dinslage

Harmlos gegen Schalke, überlegen gegen Hamm – Handball-Herren der SG Menden zeigen Testspiele von unterschiedlicher Qualität.

Intensivwochenende mit krönendem Abschluss: Die Handball-Herren der SG Menden haben sich von Freitag bis Sonntag mit mehreren Trainingseinheiten und zwei Testbegegnungen auf die Drittliga-Saison vorbereitet. Nach einem desaströsen Vorbereitungsspiel gegen Schalke 04 fand die Reiners-Truppe gegen die Zweitvertretung des ASV Hamm in die Spur zurück und lieferte eine souveräne Leistung ab.

„Wir hatten vor dem Spiel gegen Schalke viereinhalb Stunden trainiert, dann kamen wir in die Halle und die Temperatur stand bei 40 Grad“, sagt SG-Coach Micky Reiners über die widrigen Bedingungen beim Test gegen Schalke 04. Das, was seine Mannschaft dann zeigte, war gegen den Oberligaaufsteiger aber viel zu wenig: „Wir waren 40 Minuten lang wirklich, wirklich schlecht.“

Stecker gezogen

Dass Reiners nur von 40 Minuten spricht, lässt sich am Spielverlauf ablesen. Denn nach 20 Minuten führte seine Auswahl mit 12:6 gegen Schalke – so wie es sich für eine klassenhöhere Mannschaft gehört. „Und dann war es, als hätte einer den Stecker gezogen. Ab dann war unser Angriff eine einzige Katastrophe“, lautet Reiners Urteil. Schalke legte einen Zwölf-Tore-Lauf hin und lag seinerseits plötzlich mit sechs Toren vorne. Und diesen Sechs-Tore-Vorsprung spielte Königsblau über die Zeit und konnte einen 24:18-Sieg über die Gäste aus Menden verbuchen.

Für die Oberliga-Handballer sicherlich eine feine Erfolgsgeschichte, für die Mendener aber nach den intensiven Trainingseinheiten ein herber Rückschlag.

Riesige Steigerung

Nur einen Tag später spielte die SG-Auswahl aber, als hätte es das Spiel gegen Schalke nie gegeben und die Gäste vom ASV Hamm II mussten dann das ausbaden, was die Mendener wieder gutmachen wollten.

In heimischer Halle, die angenehmere Temperaturen bot als das Klima vor der Tür, bekam Reiner die Show geboten, die er sich von seiner Mannschaft gewünscht hatte. „Das war eine riesige Steigerung. Genau so muss es weitergehen“, freute er sich über den 29:21-Sieg über Hamm, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen war. Anfangs erarbeiteten sich die Wölfe eine bequeme Sechs-Tore-Führung – so wie schon beim Spiel gegen Schalke. Doch diesmal ließ die SG ihrem Gegner keinen Raum, das Spiel spannend zu machen.

Traumtor kurz vor Schluss

Gegen Schalke vergaben die Mendener einfachste Möglichkeiten, gegen Hamm verwandelten sie die schwierigsten. Bezeichnend dafür erkannte Mathis Vornhold drei Minuten vor Schluss in einer Spielszene, dass der Hammer Torwart zu weit vor seinem Kasten stand und netzte vom eigenen Kreis aus, zum 27:20 ein. Über das ganze Spielfeld segelte der Ball und senkte sich im richtigen Moment ab – wie ein Adler im Sturzflug. Dafür gab es besonders lauten Applaus vom Publikum und Glückwünsche von den Mitspielern.

Doch so abgeklärt das Spiel gegen Hamm auch war: Reiners warnt vor zu großer Euphorie. „Wir haben die Messlatte höher gelegt, aber ab jetzt dürfen wir nicht mehr fallen. Für eine ganze Saison in der dritten Liga wird auch das noch nicht reichen. Wenn wir auch mal eine große Mannschaft ärgern wollen, dann müssen wir noch 30 bis 40 Prozent drauflegen.“

Text: Marc Friedrich – Westfalenpost Menden

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