1. Männer

Mit Peitschenhieben zum Remis

Handball-Drittligist SG Menden Sauerland kann wieder auf die eigenen Zuschauer bauen. Das Ergebnis stößt aber auf unterschiedliche Meinungen

Matthias Zimny erzielt beim Unentschieden gegen SGSH Dragons in der Kreissporthalle in Menden zwei Treffer. Er freut sich vor allem über die Leistung der gesamten Mannschaft und den Ansporn des Publikums. Foto: Sportpresse Reker

Wer am Wochenende das erste Mal bei einem Handballspiel der SG Menden Sauerland Wölfe war, der behält mit Sicherheit zwei Aspekte im Kopf: die denkbar knappe Partie, die mit 27:27 (12:12) gegen die SGSH Dragons ausging, und den ohrenbetäubenden Lärm, der von den Zuschauerrängen ausging. Gerade Letzteres war ein wichtiges Züglein an der Waage, das sagt auch Matthias Zimny nach dem durchweg engen Spiel: „Das war pure Emotion und völlig unglaublich heute. Die Zuschauer haben uns gepusht und uns volle Kanne gepeitscht, trotz eines Rückstandes.“

Die Peitschenhiebe waren besonders in den letzten Minuten zu hören, als sich keine Mannschaft auf mehr als ein Tor Vorsprung absetzen konnte. Jeden Treffer feierten die Mendener Besucher in der Halle frenetisch, jeder Ballbesitz des Gegners stieß gnadenlos auf ein Pfeifkonzert, das die eigenen Worte unhörbar machte. Diesen Umständen musste auch Schalksmühles Trainer Stefan Neff nach dem Spiel Tribut zollen. „Hier wird es für viele Mannschaften noch schwer werden, zu gewinnen. Das ist eine ganz schwierige Nummer.“ Dem konnte Wölfe-Coach Micky Reiners auch nicht widersprechen. Er ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte, „wir hatten heute wieder tolle Unterstützung und das hat die Mannschaft das ganze Spiel über getragen. Ein Teil des gewonnenen Punktes geht an das Publikum.“

Nach dem Spiel war auf den Zuschauerrängen vereinzelt von einem gefühlten Sieg die Rede. Immerhin konnten die Wölfe, derzeit auf Platz acht in der Tabelle der Dritten Liga, den Titelfavoriten aus Schalksmühle beim Derby einen Punkt abnehmen. Mit dem Gedanken konnte sich Reiners noch anfreunden. „Hätte mir jemand vor dem Spiel gesagt, dass wir hier unentschieden spielen, hätte ich sofort eingeschlagen. Da sage ich nicht nein.“ Zimny wollte nicht von einem gefühlten Sieg sprechen. „Es fühlt sich wie ein Unentschieden an, weil mehr drin war. Andererseits wäre die Partie auch anders ausgegangen, wenn der Gegner alles gebracht hätte“, erklärt der Linkshänder, der selbst zwei Tore erzielt hat. Mit dieser Sichtweise konnte sich auch Trainer Stefan Neff anfreunden. Nach dem Spiel erklärte er, dass seine Mannschaft gefühlt nur 60 Prozent der möglichen Leistung gezeigt hat. Aber das schien nicht zu sehr zu stören. „Wir sind weiterhin ungeschlagen und absolut im Soll. Die Welt geht jetzt nicht unter.“

Ein gutes Spiel in der Ferne

Als nächstes wartet auf die Mendener eine neue Hürde in Gestalt des Northeimer HC. Mit dem Gegner wollte sich Reiners nach der Partie aber noch nicht befassen. Er monierte lediglich die „schrecklich weite Fahrt“ und hofft, dass „trotzdem viele unserer Fans kommen werden und wir uns dort teuer verkaufen können.“

Die Vorschau auf den nächsten Spieltag sah auf Seiten der Dragons aus Schalksmühle anders aus. Titelfavorit eben. „Wir spielen Zuhause gegen Ahlen, die einen guten Kreisspieler haben. Wir haben daheim bisher alles gewonnen und das ist auch weiterhin unser Anspruch. Das ist ein knackiges Spiel. Jeder, der jetzt oben in der Tabelle steht, hat etwas geleistet und was drauf.“ Die Ahlener SG ist derzeit auf Platz vier in der Tabelle und damit einen Rang hinter den Dragons.

In Menden lautet das Ziel weiterhin Klassenerhalt, auch wenn die Top-Mannschaften in der Tabelle noch längst nicht außer Reichweite sind. Mit genug Peitschenhieben im Rücken haben die Wölfe auf jeden Fall den nötigen Halt.

Text: Kevin Kretzler

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