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Nach 10:4 zieht jemand der HSG den Stecker

Selten konnte sich HSG-Kreisläufer Ansgar Heunemann (hier gegen Patrick Rettig und Tim Wulfestieg) gegen Ferndorf II so erfolgreich durchsetzen wie in dieser Szene. Am Ende gab es ein bitteres 25:34.Foto: sportpresse-reker.de

Menden. Das war ein peinlicher Auftritt! Handball-Oberligist HSG Menden-Lendringen lag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten TuS Ferndorf II bereits mit 10:4 vorn, verlor am Ende aber mit 25:34 (14:14).

Es ist guter Brauch, dass nach den Heimspielen der Oberliga-Herren der HSG Menden-Lendringsen die Partie im Foyer der Walram-Halle beim Trainergespräch aufgearbeitet wird. Doch am Samstag, nach der Heimpleite gegen Ferndorf II, mieden die Ballwerfer die obligatorische Pressekonferenz.

Scheinbar plagte sie das schlechte Gewissen. Allein Ansgar Heunemann ließ sich blicken und hörte sich an, wie sein Trainer Micky Reiners dem enttäuschten HSG-Anhang das Debakel gegen das Schlusslicht zu erklären versuchte. Und der Coach machte seinem Frust deutlich Luft.

„Der Sieg für Ferndorf ist völlig verdient“, gratulierte Reiners zunächst Gästecoach Michael Feldmann. Für den Auftritt seiner Mannschaft aber hatte der HSG-Trainer deutliche Worte. „Das Ergebnis ist eine Vollkatastrophe für uns. So darf man sich nicht präsentieren. Das war einfach peinlich – und dann auch noch vor eigenen Publikum. Aber zum Glück waren heute ja nicht so viele da wie sonst“, machte Reiners seiner Enttäuschung auf sarkastische Weise Luft.

In der Tat hatten die HSG-Fans gewonnen, die sich diesmal statt für Handball für das zeitgleich laufende Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund gegen dem FC Bayern München entschieden hatten.

Optimaler Start

Dabei hatte der Abend für die HSG gut begonnen. Joshua Krechel hatte in der 18. Minute das 10:4 für die Gastgeber markiert. Es schien, als ginge es nur noch um die Höhe des Sieges. Doch weit gefehlt. „Dann war es so, als ob jemand den Stecker gezogen hätte“, beschrieb Micky Reiners den unerklärlichen Einbruch seiner Mannen.

Die Einstellung war wie weggeblasen, defensiv agierte man unglaublich oberflächlich. Und in der Offensive erhöhte sich auch die Fehlerzahl in erschreckender Geschwindigkeit. Die Gäste überzeugten dagegen mit ihrem Auftritt. Offiziell heißt es zwar, der Tabellenletzte plane bereits für die Verbandsliga. „Wir schauen gar nicht mehr auf die Tabelle. Wir gucken nur von Spiel zu Spiel, und da war es bewundernswert, wie sich meine Mannschaft nach dem schlechten Start in dieses Spiel hineingekämpft hat. Das sagt auch einiges über den Charakter meiner Mannschaft aus“, freute sich Ferndorfs Coach Michael Feldmann über den Coup in der Walram-Halle.

Hoffnung auf zweite Halbzeit

Nachdem sich die HSG aus dem Spiel verabschiedet hatte, arbeiteten die Gäste konsequent den Rückstand auf. Als Patrick Bettig – gehört zum Ferndorfer Zweitliga-Kader – zum 10:10 (23.) traf, war die Partie wieder völlig offen. Die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis sollte aber beim HSG-Anhang nicht erloschen sein. „Das werden sie noch gewinnen“ glaubte nicht nur Gerd Lange beim 14:14 zur Pause.

Doch da irrte nicht nur die HSG-Betreuer-Ikone. Die Hausherren bekamen überhaupt nichts mehr auf die Platte und mussten mit ansehen, wie die Gäste munter Tor und Tor erzielten und wie die nächste Heimpleite ihren Lauf nahm – von 16 Minuspunkten hat die HSG daheim elf abgegeben.

Heimstärke sieht anders aus…

Burkhard Granseier

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