1. Damen

Oberliga-Ausstieg der „Wölfinnen“?

Selbst wenn der Klassenerhalt noch gelingen sollte: Handball-Frauen der SG Menden Sauerland wollen einen Neuaufbau in der Verbandsliga beginnen

Ihr Wechsel nach Bergkamen steht bereits fest: Alessia Mariotti (rotes Trikot) wird die Frauen der SG Menden Sauerland verlassen. Foto: Sportpresse Reker

Am vergangenen Samstag gewannen die Oberliga-Handballerinnen der SG ETSV Witten ihr Nachholspiel gegen die HSG Euro mit 20:19. Das Ergebnis hatte Auswirkungen bis in die Hönnestadt. Denn durch den Wittener Sieg rutschten die heimischen Oberliga-Damen der SG Menden Sauerland an das Tabellenende des westfälischen Oberhauses. Und das würde aktuell den Abstieg in die Verbandsliga bedeuten.

Zwar hat man noch drei Spiele Zeit, um den Klassenerhalt zu schaffen. Doch bei den „Wölfen“ mehren sich immer mehr die Anzeichen dafür, dass man sogar freiwillig aus der Oberliga zum Saisonende aussteigen könnte. Zudem die Zweifel sehr groß sind, dass man für die kommende Spielzeit eine oberligataugliche Mannschaft zusammen bekommen würde. „Wir wollen auf unsere eigene Jugend setzen. Das sind wir ihnen auch schuldig“, macht SG-Vorsitzende Birgit Albrecht deutlich, dass im Damenhandbandball bei den „Wölfen“ auf Eigengewächse gesetzt wird. „Das war doch unser Problem in den vergangenen Jahren. Wie sollen Spielerinnen aus unseren Nachwuchs Spielanteile bekommen, wenn sie bei den Senioren nur auf der Bank sitzen?“, fragt die sportliche Leiterin der SG fast rhetorisch.

Neuer Trainer steht fest

Für Andre Julius, dem Frauenwart der „Wölfinnen“, wäre ein freiwilliger Rückzug in eine tiefere Klasse kein Beinbruch. „Wir werden alles daran setzen, die Klasse sportlich zu halten. Danach müssen wir weitersehen. Zur Zeit denken wir in verschiedene Richtungen“, hatte Julius schon vor einigen Wochen den Neuanfang in der Verbandsliga bevorzugt. Zumal die Rekrutierung von Spielerinnen für die Oberliga schwierig erscheint. „Es sind doch alle mit dem gleichen Telefonbuch unterwegs“, weiß der SG-Verantwortliche.

Nach der WP vorliegenden Informationen wird bei den „Wölfinnen“ bereits eifrig an einem Modell für die kommende Saison gearbeitet. So kann Frauenwart Andre Julius einen Trainer präsentieren. Siggi Motzki-Biele wird in der kommenden Spielzeit die neu formierte erste Mannschaft betreuen.

Der Hönnestädter betreute zuletzt die Landesliga-Frauen vom ASC Dortmund II. In der Saison 2017/2018 hatte er als „Feuerwehrmann“ nach dem Rücktritt von Thomas Binnberg den Klassenerhalt in der Oberliga sicher gestellt.

Die personelle Ausstattung des zukünftigen Teams wird da noch nicht ganz deutlich. Zumal damit zu rechnen ist, dass vom aktuellen Kader nicht allzu viele Spielerinnen übrig bleiben werden. Zwar gibt es aktuell mit Alessia Mariotti nur eine Spielerin, die mit dem HC TuRa Bergkamen eine neue sportliche Heimat schon gefunden haben. Allerdings erscheint die Zukunft von weiteren Spielerinnen des aktuellen Oberliga-Teams bei der SG sehr fraglich.

Wrede vor Wechsel nach Arnsberg?

So wird das große Talent Hannah Wrede mit dem TV Arnsberg in Verbindung gebracht. Fraglich erscheint auch, ob Nicole Petrias weiter macht. Die ist nach einem Kreuzbandriss wieder vom Verletzungspech verfolgt. Diesmal hat es die Mendener Handballerin an der Schulter erwischt.

So oder so – der Frauen-Handball bei der SG Menden Sauerland steht vor einem Neubeginn. Die Zeiten, in denen die Frauen von Erfolg zu Erfolg eilten, sind erst einmal vorbei.

Text: Burkhard Granseier

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