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Schlussphase kostet Punkte

Am Sonntagabend waren unsere Dritten  Damen zu Gast in Arnsberg. Die Mädels brauchten zu Beginn des Spiels drei, vier Minuten, um sich in der Partie zurechtzufinden. Die Gastgeberinnen hatten einen deutlich besseren Start und gingen rasch in Führung (3:1 4.Minute). Dann fanden auch unsere Damen ihre Linie und brauchten nur 3 Minuten um das Ergebnis zu drehen 3:4 (7. Minute). Viele Gegenstöße durch unsere schnellen Außen zeigten nach 16 Minuten auf der Anzeigetafel den Stand von 6:9, aber die Gastgeberinnen kamen langsam wieder ran. Unsaubere Zuspiele, viel zu schnelle Abschlüsse und technische Fehler boten den schnellen Arnsberginnen immer wieder die Gelegenheit zu Tempo-Gegenstößen und so war das Ergebnis nach 26 Minuten wieder ausgeglichen (12:12). Der Halbzeitstand von 13:14 ließ noch keinen Sieger erahnen. In der Kabine appellierte Andreas zu Konzentration im Angriff. Die Damen sollten die Angriffe länger ausspielen und die Chancen besser nutzen, auch im 1gegen1, was man die letzte Woche intensiver trainiert hatte. Die Abwehr war in der ersten Halbzeit nicht schlecht, denn spielerisch hatte Arnsberg wenig zu bieten. Gefährlich waren jedoch ihre Gegenstöße und ihre Linkshänderin, die durch mangelnde Absprache der Abwehr immer wieder Akzente setzte. 

Hochmotiviert ging man in die zweite Halbzeit und es schien einen Moment so, als könnten die Damen umsetzen, was man sich vorgenommen hatte (32. Minute 13:15). Unsere Damen konnten lange immer wieder die Führung halten, doch nach dem Ausgleich in der 43. Minute (19:19) gingen erstmals seit Beginn der ersten Halbzeit wieder die Gastgeberinnen in Führung. Schnell holten sich unsere Mädels die Führung wieder, vergaben sie aber wenige Augenblicke wieder (47. Minute 20:20). Nach der Auszeit der Arnsbergerinnen in der 48. Minute war irgendwie der Wurm drin und unsere Damen fanden nicht mehr ins Spiel zurück. Die Gastgeberinnen nutzten dieses aus und erarbeiteten sich eine 2 Tore-Führung (25:23 50. Minute). Kurz danach verletzte sich noch eine Spielerin aus Arnsberg schwer, wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung und baldige Genesung! Unsere Mädels kämpften bis zum Schluss, aber die Puste war irgendwie raus und man wusste keine Lösung, um das Spiel noch zu drehen und so erkämpften sich die Arnsberginnen in der Schlussphase die Punkte und unsere Damen mussten sich mit 31:28 geschlagen geben. 

Ja was soll man dazu sagen. Schwierig. Wir waren nicht schlecht, aber es ist einfach vieles ausbaufähig. 

Ich möchte an dieser Stelle mal betonen, dass die Spielberichte immer MEINE persönliche Meinung wiederspiegeln und das nicht unbedingt immer konform mit dem Rest der Welt geht. Als Spielerin dieser Mannschaft bin ich halt nicht immer unparteiisch. Man hatte mich letztens gebeten, nicht immer alles schön zu reden. Hab ich gar nicht vor, aber ich sehe halt manches etwas anderes als es andere vielleicht tun. Nur als kleine Anmerkung vorweg. 

Zur Fehleranalyse. Man könnte jetzt sagen, wir müssen uns noch ein wenig auf die Umstellungen im Team durch den neuen Trainer einstellen. Auf den neuen Trainer selber. Wäre aber so nicht ganz richtig. Natürlich braucht man einen Moment, um sich auf ein neues System, einen neuen Trainer, einzustellen. Natürlich haben heute auch wieder welche auf anderen Positionen gespielt als sonst und es wurde bunt durchgewechselt. Auf der anderen Seite wurde genau das vor einigen Wochen noch bemängelt, dass zu wenig gewechselt wird. Zudem steht da die gleiche Mannschaft wie vorher auch, nur anders aufgestellt. Es kann also nicht am Trainer liegen, denn das Arbeitsmaterial, die Mannschaft, ist die gleiche. Wenn man dann mal eine Fehleranalyse macht, kommt man zum Beispiel auf folgende Punkte: Viele Angriffe werden nicht ausgespielt, bis sich eine Chance bietet, sondern unvorbereitet abgeschlossen. Der Zug zum Tor, den Willen, die Pocke bis in die Maschen tragen zu können, fehlt an manchen Stellen. Unschwer daran zu erkennen, wenn man mal die 7-Meter der Mannschaften vergleicht. Nimmt man zum Beispiel Halden-Herbeck zum Vergleich, so haben diese bisher etwa 103 7-Meter zugesprochen bekommen. Wir dagegen erst 65. Das sind alles in allem in etwa knapp 40 Tore, die wir auch hätten machen können, so manche Punkte in einigen Spielen, die auf unserem Punktekonto stehen könnten. Wir müssen also viel mehr noch unsere Lücken suchen und nutzen. Sowohl aus dem Spielzug heraus, wie auch im 1gegen1 aus dem Spiel heraus. Denn auch uns werden manchmal Lücken angeboten, durch die ein Panzer passen würde, die wir aber nicht sehen. Sehen, noch so ein Stichwort. Unser Kreisläufer ist meistens nur eine Attrappe, denn wirklich mitspielen kann er nicht, denn der er wird nicht gesehen und nicht angespielt. Wir könnten ihr ein rotes Fähnchen geben, um sich bemerkbar zu machen, aber ob das was nützt… Wir müssen unsere freistehenden Mitspielerinnen einfach viel öfter sehen und auch anspielen. Konzentration. Noch so ein Stichwort. In letzter Zeit passieren uns häufiger technische Fehler. Ungenaues Zuspiel. Unkonzentrierter Abschluss. Wir müssen uns einfach besser konzentrieren im Spiel. Nicht überhastet irgendwelche Frustwürfe machen, sondern ruhig die Chancen ausspielen. Wir werfen manchmal einfach nur den Ball weg. Oder, nimm du ihn, ich hab ihn sicher. Und dann steht da unsere Torfrau alleine hinten, denn es wird nicht vernünftig zurück gelaufen. Natürlich fehlte Spieki heute hinten zwischen den Pfosten, aber auch Dede hat ihre Sache heute gut gemacht. Abwehr. Viele fanden die offensive 6:0 Abwehr immer fraglich. Auch die defensivere Variante wie jetzt am Wochenende hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Um die Linkshänderin aus dem Verkehr zu nehmen haben wir sie in Manndeckung genommen. Daraus resultierend bildeten sich hinten große Lücken, denn es wurde nicht verschoben, nicht vernünftig abgesprochen. Wir müssen viel mehr dahinten als Bollwerk stehen. Mir hat ein bekannter Mendener Trainer, der lange Jahre die erste Damen trainiert hat, in der Jugend immer gesagt: zwischen 6 und 9 Metern herrscht Krieg, und wer da durch will, muss bluten. Viele 7-Meter bekommen unsere Gegner zugesprochen, weil wir ihnen viel zu spät entgegen gegen und dann im Kreis stehen. Oder weil sie es doch noch schafft, sich durch eine Lücke durchzuwühlen. Wieder, nimm du ihn, ich hab ihn sicher. 

Unser Leitspruch ist immer: wir sind ein Team. Wir müssen einfach noch viel mehr als Team zusammen stehen, zusammen kämpfen. Viele fragen sich, warum ist sie heute so ausschweifend, so ehrlich und umfangreich mit ihrem Bericht. Kann ich beantworten. Das Wort nennt sich „Abstiegskampf“. Da mögen viele vorher nicht drüber nachgedacht haben, aber wir befinden uns jetzt nach diesem Spiel mittendrin! Denn uns trennen zu den Abstiegsplätzen nur noch 4 Punkte und wir haben noch einige Brocken vor uns. Am Wochenende treffen wir zuhause auf die Gäste aus Hohenlimburg. Die Halle wurde übrigens geändert wegen irgendwelcher Turneinlagen. Wir spielen dafür im Habicht, gleiche Uhrzeit. Danach warten weitere schwere Gegner auf uns mit Kierspe-Meinerzhagen und Wanne. Wir müssen in den 6 verbleibenden Spielen unbedingt noch Punkte sammeln um die Liga halten zu können. Das hat oberste Priorität! Diese Woche heißt es also beim Training ackern und die Fehler ausmerzen. Mädels, reinklotzen, wir schaffen das!

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