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Tiefer Frust, Wut und Enttäuschung

Wurfversuche aus allen Lagen: Auch Tom Schneider kann seine vielen guten Möglichkeiten nicht im Korschenbroicher Kasten unterbringen und muss am Ende eine bittere 20:21-Niederlage verkraften. Foto: Dietmar Reker, sportpresse-reker.de

 

SG-Handballer ärgern sich über zahlreich vergebene Chancen bei der 20:21-Schlappe gegen Korschenbroich. Aber es gibt auch viel Positives.

Feine Siege wirken meistens nach, bittere wie ärgerliche Niederlagen erst recht! Bei Handball-Drittligist SG Menden Sauerland ist der Frust nach der 20:21-Heimpleite gegen den TV Korschenbroich keineswegs verflogen – auch nicht drei Tage danach. „Es hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert“, sagt Sascha Simec und schiebt sogleich ein „ich bin immer noch stinksauer“ hinter.

Der Trainer hat den Sonntag damit verbracht, die Partie gegen Korschenbroich zu verarbeiten. Eine intensive Analyse des Geschehens in der sehr gut besuchten Walram-Halle brauchte der Hagener allerdings nicht zu machen. „Denn ich wusste schon während des Spiels, was die Jungs falsch gemacht haben – wenn wir nur einige von unseren vielen nicht genutzten Chancen ‘reingemacht hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen.“

Wichtige Führung verpasst

Simec zählt drei verworfene Siebenmeter auf, zudem fehlen in seiner Rechnung „fünf bis acht Hundertprozentige“, durch die es „Wölfe“ ein ums andere Mal nicht schafften, nach acht mühsam geschafften Gleichständen verdient in Führung zu gehen. „Weil uns das aber nicht gelungen ist, liegen wir zur Pause mit 9:10 hinten. Dabei hätten es 14:10 stehen können.“

Der SG-Coach ist felsenfest davon überzeugt, dass seine Mannschaft den Sieg eigentlich verdient hat. „Wenn wir nur einmal vorn gelegen hätten, hätten wir gewonnen“, so Simec, dem gerade die enge Phase zwischen der 40. und 52. Minute gegen den Strich gegangen war. „Was wir in diesen zwölf Minuten verballert haben, ist unglaublich – da wurden Tempogegenstöße reihenweise weggeschmissen.“

Keine Zeit zum Nachtrauern

Es hilft jedoch nichts, der vertanen Möglichkeit hinterher zu trauen. Denn der Terminplan gewährt nicht viel Zeit, schon am Freitag steht die schwere Partie beim klar favorisierten Leichlinger TV auf der Agenda (20 Uhr). Und genau darauf werden die „Wölfe“ nun den Fokus legen und sich gezielt auf dieses Match vorbereiten.

Das Korschenbroich-Spiel war denn auch nur noch beim gestrigen Training ein Thema. „Darüber wird kurz gesprochen, aber wir richten den Blick wieder nach vorn.“

Trotzdem werden die „Wölfe“ viel Positives mit in diese Trainingswoche nehmen. Zum Beispiel die Gewissheit, eine exzellente Abwehr gespielt zu haben. Und: Dass man sich auf einen wieder bärenstark haltenden Kevin Peichert zwischen Pfosten verlassen konnte. „Der hatte bei gehaltenen Bällen eine Quote von 50 Prozent – das ist richtig klasse“, lobt Simec den Keeper und sagt: „Wir haben nur 21 Tore zugelassen – hinten wurde also sehr gut gearbeitet.“

„Wölfe“ können mithalten

Die wichtigste Erkenntnis ist jedoch die Gewissheit, in der dritten Liga mithalten zu können. Korschenbroich gehört daher sicherlich zu jenen Teams, denen Menden auf Augenhöhe begegnen sollte. Lemgo II, das man ja zu Saisonstart hat schlagen können, zählt wohl ebenfalls in diese Kategorie. „Zudem Volmetal oder Ahlen – auch die sind unsere Kragenweite“, weiß Simec, „dass wir aber gegen Kracher wie Ferndorf, Krefeld oder auch Leichlingen normalerweise wohl nichts holen können“.

Es sei denn, die „Wölfe“ erwischen absolute Sahnetage. Den hatten sie eigentlich bereits am vergangenen Samstag, dem verdienten Lohn stand leider eine schlechte Trefferquote im Weg.

Text: Westfalenpost Menden – Eberhard Tripp

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