Sauerlandcup

Verwirrender Funkenregen

Aufgeschnappt vom Sauerlandcup: Der Kindergarten ruft, gelungener Livestream und Kommentatoren, die für alle Situationen einen passenden Satz parat haben

Der Sauerlandcup zog am Wochenende die Handballfreunde aus nah und fern in seinen Bann. Die 30. Auflage des Traditionsturnieres brachte neben prima Jugendhandball auch wieder eine nette Geschichten am Rande.

Von wegen schulfrei

Eine der Stärken des Sauerlandcups ist sicherlich die optimale Organisation. Denn da hatten die Macher des Turnieres auch in diesem Jahr an alles gedacht. Nur einmal mussten die Offiziellen ein wenig zittern, als man mit einem Video die Gründerväter des Turnieres um Jörg von Estorff , Peter Blankenhagen und Dieter Kamp ehren wollte. Die Technik spielte erst nach gutem Zureden mit. Jörg von Estorff nutzte die unfreiwillige Wartezeit zu einem kleinen Plausch mit einigen ganz jungen Wölfen. Die löcherten den Pädagogen mit Fragen zu von Estorffs Handballvergangenheit. Der Hönnestädter verabschiedete sich dann vom Nachwuchs mit der Frage, ob sie sich denn freuten, dass am Montag noch schulfrei wäre. Die Antwort eines seiner Gesprächspartner war deutlich. „Von wegen frei, ich muss in den Kindergarten!“ Das Leben kann schon hart sein.

Positionstreu im Schlaf

Für Jörg von Estorff war der diesjährige Sauerlandcup auch eine Erinnerung an die zahlreichen Begegnungen mit den Trainerkollegen. Dabei war ihm vor allem eine Geschichte mit Olaf Schimpf , dem Trainer des VfL Bad Schwartau, in Erinnerung geblieben. Dabei ging es auch um sogenannte teambildende Maßnahmen. „Da hat uns der Olaf Schimpf erzählt, er würde mit seinen Mannschaften immer mal in der Sporthalle auf dem Spielfeld übernachten. Und zwar jeder auf der Position, die er im Spiel inne hat“, erinnerte sich der Hönnestädter an eine Begegnung mit Olaf Schimpf.

Vorbildlicher Reinigungstrupp

Auch das Drittliga-Team der SG Menden Sauerland war beim Turnier im Einsatz. Krechel, Giacuzzo und Co. waren entweder als Zeitnehmer gefragt oder mit anderen Jobs beschäftigt. Am Sonntagabend stand nach Turnierschluss noch die Säuberung der Kreissporthalle an. „Hand in Hand, das finde ich gut“, kommentierte Axel Bornemann , Trainer des A-Jugend-Siegers VfL Potsdam, das Engagement der heimischen Drittliga-Handballer – das allerdings auch im eigenen Sinne war. Denn bereits am Montagabend absolvierte der heimische Marktführer eine Trainingseinheit an der Werler Straße. Am Samstag steht bereits das nächste Punktspiel beim Longericher SC an.

Aus Menden in die weite Welt

Positiv angenommen wurden auch die Liveübertragungen der Finalspiele im Netz. Thorsten Kurzawe und Jörg von Estorff ernteten für ihre Moderation viel Lob. Jeder, der nicht in der Halle war, wurde bestens über die Höhepunkte des Sauerlandcups informiert. Ein Beleg dafür, dass der Sauerlandcup auch im 30. Jahr voll mit der Zeit geht.

Wisch-Nachhilfe

Apropos Livestream: Mit dem Duo von Estorff/Kurzawe hatten sich zwei Kommentatoren gefunden, die in jeder Situation den passenden Satz auf Lager hatten. Als im Finale der erste Wischereinsatz des Turniers nötig war, flitzte der junge SGler mit dem Wischmob bewaffnet aufs Parkett und gab sein Bestes, um die Spielfläche zu trocknen. Beim ersten Einsatz und vor mehr als 1000 Zuschauern wirkte das noch etwas unbeholfen, was Thorsten Kurzawe zu einer messerscharfen Analyse ansetzen ließ: „Ich glaube, dass er Zuhause im Haushalt noch nicht aushelfen muss“, sagte der Hallensprecher scherzhaft.

Unterstützung aus der Heimat

Auch in diesem Jahr konnten sich einige Mannschaften über große Unterstützung nicht beklagen. So hatten die niederländischen Handballerinnen vom HV Quintus einen lautstarken Fanblock mit dabei. Der Klub aus der Nähe von Den Haag durfte sich bei seiner Sauerlandcup-Premiere gleich über den Sieg bei der weiblichen B-Jugend freuen.

Funken sprühen in Finalspielen

Erstmals gab es beim Einlaufen der Finalteilnehmer in die Halle ein wenig Pyrotechnik zu sehen. Durch einen Goldregen aus Funken liefen die Mannschaften aufs Feld ein. Davon waren die erwähnten B-Juniorinnen von Quintus offensichtlich so beeindruckt, dass sie glatt hinter, statt vor den Schiedsrichtern aufs Feld liefen.

Gelungenes Experiment

Eine gelungene Premiere feierte beim Sauerlandcup auch die Turniergemeinschaft Menden-Bösperde . Da die SG-Junioren eine hohe Ausfallquote beklagten, wurde sich kurzfristig beim Nachbarn in Bösperde bedient. Für die dortigen Kreisliga-Handballer dürfte das Wochenende auch ein echter Höhepunkt in ihrer sportlichen Laufbahn gewesen sein. Und vielleicht war das auch ein zukunftsweisendes Experiment, denn die Stimmen von beiden Vereinen und den Spielern zum spontanen Zusammenschluss waren durchweg positiv.

Text: Burkhard Granseier

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