1. Männer

„Wenn die Punkte nicht kommen, wird’s eng“

Der SG Menden Sauerland droht der Abstieg aus der dritten Liga. Max Klein erklärt, warum er trotzdem verlängert hat

Max Klein bei einem seiner ersten Spiele für die SG. Der Rekordtorwerfer der vergangenen Partie gegen die SG Ahlen schätzt den Zusammenhalt der Wölfe – und glaubt auch dank diesem weiter an den Klassenerhalt. Dietmar Reker

Die „Wölfe“ sind mitten im Abstiegskampf. Dritte Liga oder Oberliga? Diese Frage dürfte in nicht allzu langer Zeit beantwortet werden. Aber welche Gedanken löst das bei den Spielern aus? Haben sie noch Hoffnung auf den Klassenerhalt? Gibt es rettende Ideen?

Dazu haben wir mit Wolf Max Klein (24) gesprochen. Der 1,98-Meter-Handballer warf im Spiel gegen die SG Ahlen insgesamt neun Tore – und könnte damit schon als Spieler des Spiels betitelt werden. Die kurze Karnevals-Handball-Pause verbringt der 24-Jährige in diesem Jahr auf der Piste.

Max Klein, wie haben Sie die Saison bisher wahrgenommen – vor allem die vergangenen Wochen?

Max Klein: Die letzten Wochen waren wirklich interessant – und natürlich hier und da ein bisschen enttäuschend. Die eigene Leistung, und auch der gesamte Saisonverlauf, waren nicht wirklich zufriedenstellend. Wir haben es bisher als Underdog leider nicht oft geschafft, die wichtigen Punkte zu holen.

Dazu kam der Trainerwechsel Ende Januar. Wie hat die Mannschaft diese Umstellung aufgenommen?

Ich habe wirklich noch nie einen Trainerwechsel während der Saison erlebt – auch das war echt interessant. Wobei man Ralf Heinemann und Birgit Albrecht loben muss: Die haben die Mannschaft gut aufgefangen. Micky Reiners hat sehr gute Arbeit in Menden geleistet, aber uns als Mannschaft tat es gut, mal frischen Wind zu bekommen. Und Heinemann stellt gute Weichen; für beide Ligen. Jetzt müssen wir zeigen, was wir können – und ich denke, das hat gegen Ahlen schon recht gut funktioniert.

Wie sieht’s mit einem neuen Trainer aus?

Ich denke, die letzten Spiele dieser Saison wird Heinemann mit uns bestreiten. Für die nächste Saison gibt es dann einen neuen Trainer.

Für eben die nächste Saison haben Sie den Wölfen auch schon zugesagt. War von Anfang an klar, dass Sie – komme, was wolle – in Menden bleiben, oder haben Sie auch mit dem Gedanken gespielt, zu wechseln?

Auch wenn es zuletzt nicht so gut lief, hat Menden bei mir einen guten Eindruck gemacht. Wie man in der sportlichen Krise zusammenhält und die Unterstützung der Zuschauer, des Vorstands und vor allem der Leute drumrum ist toll. Und ich bin kein Typ, der sagt, die Saison gefiel mir nicht, ich bin dann wieder weg. Mal abgesehen davon, dass ein Wechsel auch beruflich für mich nicht in Frage käme. Und die SG ist ja kein schlechter Verein, ich fühle mich hier wohl! Jetzt müssen nur noch die Punkte her.

Woran hapert es denn aktuell bei den Wölfen sportlich gesehen?

Die Mannschaft hatte zuletzt kaum Selbstvertrauen. Und auch kein Vertrauen ins System. Wir haben nur rumgeeiert und keine richtigen Lösungen gefunden. Jetzt hatten wir endlich die Möglichkeit, Selbstvertrauen zu tanken und ziehen unser eigenes Spiel wieder durch. Dazu gehört unter anderem auch, dass wir endlich wieder einfache Tore machen.

Woran lag das mit dem fehlenden Selbstbewusstsein denn?

Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Der größte Punkt ist denke ich, dass wir wichtige Spiele verloren haben – und dann hat das Nachdenken begonnen. Das kann man sich in der Weise in der dritten Liga einfach nicht erlauben. Das ist der Unterschied zu der Oberliga und den anderen darunter.

Vor allem in der Schlussphase bricht die Mannschaft oft zusammen und verspielt den Sieg. Können Sie sich erklären, woran das liegt?

Ich kann’s nur wieder sagen: Wir müssen mehr aufs Spiel vertrauen. Wir müssen kühlen Kopf bewahren! Vor allem in der entscheidenden Phase. Dann müssen wir zum Beispiel Zeitstrafen rausholen. Das haben wir beispielsweise gegen Ahlen nicht gemacht – und dann war es am Ende ein Unentschieden.

Glauben Sie noch an den Klassenerhalt oder stellen Sie sich mental schon auf die Oberliga ein?

Auf jeden Fall glaube ich an den Klassenerhalt! Aber wir brauchen definitiv Punkte, und wenn die nicht kommen, wird’s eng.

Und im Fall eines Abstiegs?

Dann kämpfen wir halt um den Wiederaufstieg. Das gäbe keinen großen Einbruch. Ich denke, wir sind gefestigt genug und könnten einen Abstieg kompensieren. Wir haben Zusammenhalt und auch bei einem Abstieg werden wir ambitioniert weitergehen. Und dann schnell wieder in die dritte Liga aufsteigen.

Was ist dann das Ziel für die Saison 2020/21?

Wenn wir die Klasse halten, dann wird der frühzeitige Klassenerhalt das Ziel. Falls wir absteigen, wird’s der Aufstieg. Und ganz wichtig ist natürlich, dass wir gesund bleiben. Man muss daran denken, dass der Sport immer noch ein Hobby für uns ist. So ganze Profis sind wir noch nicht – auch wenn man sagt, dass bei der dritten Liga das Professionellere beginnt.

Text: Livia Krimpelbein

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