1. Männer

Wölfe-Plan: Aufstiegsfeier verhindern!

Drittliga-Handballer fiebern Duell in der ausverkauften Glockenspitzhalle entgegen. Gegner vor Titelgewinn – aber SG-Coach Micky Reiners hat da „keine Lust drauf“

Lediglich drei Tore trennen die Mendener Wölfe und die HSG Krefeld im Hinspiel (28:31). Foto: Dietmar Reker, sportpresse-reker.de

„Der Partyschreck“ ist der Titel einer bekannten amerikanischen Filmkomödie. Als solcher würden die Drittliga-Handballer der SG Menden Sauerland gern die Reise zur HSG Krefeld antreten. Denn der Tabellenführer aus der Stadt am Niederrhein kann sich heute mit einem Sieg die Meisterschaft in der Staffel West der dritten Liga sichern.

„Wir fahren da gewiss nicht hin, um Staffage bei deren Meisterfeier zu sein. Krefeld soll schon etwas für den Erfolg tun müssen“, sagt SG-Trainer Micky Reiners. Der Coach der „Wölfe“ lässt aber auch keinen Zweifel an der Berechtigung einer möglichen Krefelder Meisterschaft aufkommen. „Das haben die sich vollauf verdient. Sie stehen zurecht da oben“, sagt der Mendener Trainer, der aber jede Menge Gegenwehr seiner Mannschaft verspricht. „Die brauchen nicht zu glauben, dass sie nach 20 Minuten schon die Meistershirts verteilen können. Da haben wir keine Lust drauf“, sagt Micky Reiners mit einem Lachen.

Nur ein Punkt fehlt

Nach dem 29:22-Sieg gegen den Leichlinger TV fehlt Krefeld nur noch ein Punkt zum Triumph und zur Westdeutschen Meisterschaft. „In Leichlingen hat uns lange die gewisse Lockerheit gefehlt“, blickt Krefelds Trainer Ronny Rogawska kurz auf den vergangenen Spieltag zurück. Heute wollen die Ballwerfer aus der Seidenstadt ein Stück Handballgeschichte für ihren Klub schreiben. Und dabei können sie mit einer vollen Halle rechnen. Denn die Glockenspitzhalle dürfte heute Abend mit 1500 Zuschauern ausverkauft sein. Im Vorverkauf wurden bereits mehr als 800 Tickets abgesetzt. „Wobei die Halle sicherlich gewöhnungsbedürftig ist“, sagt Micky Reiners.

Doch die Rahmenbedingungen heute Abend sind nur eine Randnotiz. Die heimischen Ballwerfer möchten den bislang sehr guten Saisoneindruck auch in Krefeld untermauern. Dass der Kader personell geschrumpft ist, mag Micky Reiners vor dem Spiel in Krefeld gar nicht thematisieren: „Unser Kader ist klein, aber fein“, stärkt er seinem Team den Rücken. Das kann am heutigen Abend in Krefeld nur gewinnen. „Das ist schon das leichteste Spiel der Saison für uns“, so Micky Reiners vor dem Besuch beim designierten Meister. Dass man das Überteam der Liga aber auch ins Schwitzen bringen kann, haben die Wölfe im Hinspiel bei der 28:31-Niederlage gezeigt. Selbst HSG-Trainer Ronny Rogawska gab zu, dass sein Team am Ende schon „Dusel“ bei der Partie in der Kreissporthalle gehabt hätte. Das ist Geschichte!

Mit dem Titel vor Augen dürfte heute Abend die Marschrichtung klar sein. Jetzt gilt die Hoffnung, dass die Wölfe es Krefeld möglichst sehr lange schwer machen. Offen ist allerdings auch, ob es im kommenden Jahr nicht ein Wiedersehen gibt. Denn der Meister steigt nicht auf – er muss eine Relegation um den Zweitliga-Aufstieg bestreiten. Das ist bitter für einen Meister.

Text: Burkhard Granseier

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