1. Männer

„Wölfe“ zeigen zu spät Emotionen

Gestern Abend: Handball-Drittligist SG Menden Sauerland verliert sein Heimspiel gegen den Longericher SC Köln mit 24:26. Eine gute zweite Halbzeit bleibt am Ende ohne Lohn

HAT AM ENDE WIEDER NICHTS ZU LACHEN: MENDENS TRAINER MICKY REINERS MUSS MITANSEHEN, WIE SEINE WÖLFE GEGEN DEN LONGERICHER SC KNAPP MIT 24:26 UNTERLIEGEN. DIE DRITTE NIEDERLAGE IM DRITTEN SPIEL. DIETMAR REKER

Es ist einfach schade! Auch nach dem dritten Spiel stehen die Handballer der SG Menden Sauerland mit leeren Händen da. Am Freitagabend unterlag der heimische Drittligist in der Kreissporthalle dem Longericher SC Köln mit 24:26 (8:13). Eine gute zweite Halbzeit war einfach zu wenig, um die Punkte an der Werler Straße zu behalten.

„Wir haben schon verdient verloren“, erkannte SG-Trainer Micky Reiners nach der Schlusssirene die Leistung der Handballer aus der Rheinmetropole direkt an. Allerdings ärgerte sich der Coach darüber, dass es seine Mannschaft wie im ersten Heimspiel gegen Handball Lippe nicht geschafft hat, über sechzig Minuten zu überzeugen. „Auch diese Niederlage ist selbst verschuldet. Es reicht einfach nicht, wenn wir für 20 bis 25 Minuten unser Spiel machen können. Damit kann man die Vielzahl unserer Fehler nicht wettmachen“, resümierte der Mendener Coach über den Spielverlauf. In der Tat war vor allem der erste Spielabschnitt von zahlreichen SG-Fehlern und etlichen überhasteten Torabschlüssen geprägt. Longerich war da einfach abgeklärter und präsentierte sich als starkes Team. Das allerdings nicht unschlagbar war.

„Wir schaffen es im Moment einfach nicht, genügend Tempo in unser Spiel zu bringen. Und es fehlen die notwendigen Emotionen“, skizziert Micky Reiners die aktuellen Hauptprobleme der „Wölfe“. Das ließ sich vor allem im ersten Spielabschnitt gut verfolgen. So fanden sich die Gäste schnell in das Spiel ein und führten nach vier Minuten schon mit 3:1. Die „Wölfe“ waren sichtlich bemüht, ein engagiertes Spiel zu zeigen. Doch Fehler im Spielaufbau und einige überhastete Abschlüsse ließen Krechel und Co. immer ein wenig hinter der Musik herlaufen. Nach 18 Minuten eine Szene die schon ein wenig sinnbildlich für die momentan so glücklosen „Wölfe“ war. Joshua Krechel scheiterte am Gästekeeper Ruch. Dessen Teamkollege Zerwas schaltete am schnellsten und setzte mit langen Pass Pyszorra in Szene. Der traf zum 5:9 aus Sicht der „Wölfe“. An dieser klaren Führung für die Rheinländer sollte sich bis zur Pause nichts ändern.

Der Anhang der „Wölfe“ unter den nur 350 Zuschauern hoffte natürlich nach den Seitenwechsel auf Besserung. Doch zunächst sah es danach aus, dass auch das zweite Heimspiel ein bitteres Ende für die SG nehmen könnte. Denn bis zur 39. Minute baute Longerich seine Führung auf 17:9 aus. Micky Reiners nahm ein Time-out und hauchte dabei seinen Mannen neuen Mut ein. Denn fortan bestimmten die „Wölfe“ die Szenerie und kämpften sich Tor um Tor in die Partie zurück. Nach 58 Minuten war der Vorsprung von Longerich auf zwei Tore zusammengeschmolzen. Moritz Eigenbrodt hatte per Siebenmeter auf 22:24 verkürzt. Kuriosum zuvor, der Zeitnehmertisch hatte mit einem unberechtigten Pfiff einen Angriff der SG gestoppt. Doch die Hoffnungen auf ein Wunder sollten sich leider nicht mehr einstellen. Longerich blieb in den letzten Sekunden der Partie eiskalt und traf bei offener Deckung noch zweimal – die Punkte gingen an den Rhein.

Micky Reiners ärgerte sich nach Spielschluss über die versäumte Wende. „Es ist ja nicht verboten, dass wir unsere Möglichkeiten früher nutzen“, haderte er vor allem mit der verkorksten ersten Halbzeit. Dort begann das Dilemma für die Mendener Handballer.

Text: Burkhard Granseier

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