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EM-Interview mit Karoly “Karsci” Kral

Karoly „Karcsi“ Kral und seine Frau Valeria „Vali“ Kral sind vielen Mendener Handball-Anhängern bekannt. Karoly spielte in seiner aktiven Zeit unter anderem bei der Saxonia Lendringsen und trainierte später die 1. Damen des TV Schwitten sowie eine weibliche Jugendmannschaft in der JSG Menden Sauerland Wölfe. Valeria spielte über Jahre in der 1 Damen-Mannschaft der HSG Menden-Lendringsen in der Regional- und Oberliga. Vor einigen Jahren hat die Familie mit Ihrer Tochter Laura Deutschland den Rücken gekehrt und ist zurück nach in die ungarische Heimat gezogen.

Anlässlich der Handball-EM in Ungarn und der Slowakei hat die Heimspiel-Redaktion ein Interview mit Karoly Kral geführt.

Lieber Karcsi,

die Handball-EM findet in Ungarn und der Slowakei statt. Die Finalspiele werden in der ungarischen Hauptstadt in Budapest gespielt. Ihr wohnt ja nicht weit von Budapest entfernt. Wirst Du mit Deiner Familie eines der Spiele besuchen können?

Wir haben noch keine Tickets, aber wir versuchen eines der Spiele zu besuchen. Meine Tochter Laura wird sich das Ungarn-Island Spiel allerdings live ansehen können.

Welche Chancen siehst Du für die ungarische Nationalmannschaft. Kann das Team durch eine Begeisterung im Land im Turnier erfolgreich sein?

Um ehrlich zu sein, sind die Top-8 für die ungarische Mannschaft realistisch. Aber dadurch, dass das Team zuhause spielen kann, könnte dies eine große Motivation sein. Deswegen sind die Top-4 aus meiner Sicht durchaus möglich.

Wie siehst Du das deutsche Team, das sich ja im Neuaufbau befindet?

Das deutsche Team ist immer gefährlich. Die deutschen Spieler kämpfen immer mit Herz und Seele und habe eine hohe Motivation. Auch, wenn sie nicht die besten Chancen haben. Deswegen finde ich, dass sie immer eine sehr starke Konkurrenz für alle Mannschaften bedeuten. Mit Deutschland muss man immer rechnen.

Die Nachwuchsförderung im ungarischen Handball soll vorbildlich sein. Wodurch zeichnet sich die Entwicklung von Talenten aus?

Vor ein paar Jahren begann die akademische Handballausbildung. Diese Spieler spielen dadurch in gleichzeitig in der ersten und zweiten ungarischen Liga. Daneben spielen sie in ihrem eigenen Jahrgang. Deshalb haben sie viele Spiele und dadurch verbessern sich ihr Spielkenntnisse und Fähigkeiten.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie in Ungarn bisher auf Euer Leben, den Handball und die Schulen gehabt?

Leider konnten wir die letzten zwei Saisons wegen der Pandemie nicht beenden. Ich hoffe, dass wir die Saison 2021/2022 erfolgreich beenden können. Hier können außerdem nur geimpfte Spieler an Handballspielen teilnehmen. In der Schule gibt es auch Begrenzungen, aber zum Glück gibt es zur Zeit keinen Online-Unterricht.

Ihr seid vor zwei Jahren mit einem weiblichen Team beim Sauerland-Cup in Menden angetreten. Wie hat den Mädchen der Cup gefallen und besteht eine Chance, dass Ihr noch einmal mit einem ungarischen Team zum Sauerland-Cup kommt?

Das Team war sehr begeistert vom Turnier, es war ein großes Erlebnis. Wir hatten schon vor, dass wir erneut am Sauerland-Cup teilnehmen, aber wegen der Corona-Krise haben wir das leider nicht geschafft. Wenn uns die Möglichkeit besteht, kommen wir unbedingt nach Menden und nehmen wieder am Sauerland-Cup teil.

Ihr seid eine handballverrückte Familie. Seid Ihr weiterhin im Handball aktiv und in welcher Funktion?

Ja, wir sind immer noch aktiv. Vor drei Jahren wurde ich beauftragt, die weibliche Jugendmannschaft des Vereins BSC 1995 auf starke Beine zu stellen. Der Verein ist relativ klein und die größeren Vereine in der Umgebung versuchen, den größeren Teil der Talente zu sich zu locken. Aber zum Glück habe ich ein paar talentierte Spielerinnen, die der Mannschaft treu geblieben sind, wie zum Beispiel meine Tochter Laura. Sie spielt schon mit 16 Jahren bei den Damen in der 3. Liga. Außerdem spielt meine Mannschaft in der A- und C-Jugend. Zu unserer Freude ist Laura eine sehr bestimmende und erfolgreiche Spielerin.

In der Zwischenzeit erneuerte meine Frau Vali ihre Trainer C-Lizenz in Österreich. Leider kann sie aufgrund ihrer Arbeitszeiten im Moment keine Mannschaft trainieren.

Habt Ihr noch Kontakt nach Menden und verfolgt Ihr die Spiele der Wölfe aus der Entfernung?

Ja, wir haben noch Kontakt mit unseren Freunden aus dem Handballskreis in Menden. Täglich bzw. wöchentlich unterhalten wir uns per WhatsApp oder Facebook. Zum Glück kann ich die Erfolge der Wölfe in den sozialen Netzwerken verfolgen und dadurch über die Ergebnisse informiert bleiben. Wir freuen uns immer, familiäre und bekannte Gesichter auf den Fotos zu sehen.

Danke für Deine Zeit. Wir hoffen, dass wir Dich irgendwann einmal wieder bei einem Wölfe-Spiel auf der Tribüne begrüßen dürfen und wünschen Euch eine wunderschöne EM-Zeit in Eurem Heimatland.

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